Glaube an Gott und Atheismus


Zwischen Glaube und Wissen gibt es keinen Gegensatz. Zwar ist allen Jahrhunderten und Völkern der Streit darüber bekannt, ob man mystische Erfahrung mit wissenschaftlichen Daten belegen kann, doch dies ist kein Streit der Religion mit der Wissenschaft, sondern vielmehr mit der Ideologie des Scientismus, der im Namen der Wissenschaft zu sprechen vorgibt. Vermutlich hat dieser Streit nie ein Ende: Die einen werden wissenschaftliche Entdeckungen als Gotteszeugnis interpretieren, die anderen als Rechtfertigung des Agnostizismus. Übrigens beeinflusst dieser Streit die religiöse Entscheidung des Menschen nicht allzu sehr. Glaube entsteht und festigt sich nicht infolge von rationalen Argumenten, Gott schenkt ihn dem Menschen auf geheimnisvolle Weise, selbst dann, wenn er sich unter rationalem Gesichtspunkt immer wieder von der Absurdität der Religion überzeugt hatte. Man kann sich selbst die Existenz Gottes beweisen, Wunder sehen und doch nicht ein gläubiger Mensch werden. Nicht von ungefähr heißt es, dass die Orthodoxie nicht bewiesen, sondern erfahren wird.

Quelle: Antworten auf Fragen der Zeitung “Moskovskie Novosti”